WALDRAPPTEAM Conservation & Research
Waldrappteam Conservation & Research
Der Name Waldrappteam Conservation and Research begründet sich durch die Geschichte des Unternehmens. Im Jahr 2001 begann ein Team von Forscher:innen unter Leitung von Dr. Johannes Fritz mit Waldrappen zu fliegen – daher der Name Waldrappteam. Inspiriert durch die Geschichte von Bill Lishman und dem daraus entstandenen Hollywood-Kinofilm ‚Amy und die Wildgänse‘ erprobte das Team, ob von Menschen aufgezogene junge Waldrappe lernen können, ihren Zieheltern in Ultraleicht-Fluggeräten folgen, um sie so später in ihr Überwinterungsgebiet führen zu können.
Die Wiederansiedlung des Waldrapps (Geronticus eremita) in Europa stellt ein modellhaftes Artenschutzprojekt dar, das auf ex-situ-Zucht, kontrollierter Auswilderung und der Etablierung kulturell vermittelter Zugrouten basiert. Nach dem Aussterben der Art in Mitteleuropa im 17. Jahrhundert wurden ab den 1980er-Jahren stabile Zoopopulationen aufgebaut, die als genetische Grundlage für Reintroduktionsmaßnahmen dienen. Seit 2003 implementiert das Waldrappteam ein innovatives Verfahren der „menschengeleiteten Migration“, bei dem handaufgezogene Jungvögel mittels Ultraleichtflugzeuge auf definierte Zugrouten in mediterrane Winterquartiere geprägt werden.
Parallel erfolgte die Etablierung mehrerer Brutkolonien in Österreich, Deutschland und Italien. Das Projekt wird durch EU-LIFE-Programme unterstützt und adressiert zentrale Gefährdungsfaktoren wie illegale Jagd und letale Strominfrastruktur. Die wiederangesiedelte Population zeigt seit über einem Jahrzehnt positive Wachstumsraten und reproduktive Selbstständigkeit, womit die Art in Europa erstmals wieder eine sich selbst erhaltende Zugpopulation ausbildet. Bis 2028 sollen laut Modellierung wieder mehr als 360 Waldrappe zwischen dem Alpenvorland und den Überwinterungsgebieten migrieren.
