DER WALDRAPP
Der Waldrapp stellt sich vor
Waldrapp – ein Ibisvogel
Der Waldrapp ist ein etwa hühnergrosser Ibisvogel mit schwarzem Gefieder, purpurschimmernden Flügeldecken und einem langen gebogenen Schnabel. Schnabel und Beine sind bei den adulten Tieren rötlich und der Kopf ist kahl mit einem schwarzen Federschopf. Junge Waldrappe habe einen befiederten Kopf. Waldrappe sind relativ langlebig, sie können im Zoo ein relativ hohes Alter von 25 und mehr Jahren erreichen.
Der Waldrapp brütet in Kolonien und hält an einem einmal gewählten Brutort fest, wenn keine Störungen auftreten. Einzelne separat brütende Paare kommen ebenfalls gelegentlich vor. Die Koloniegrösse variiert von einigen Paaren bis zur Grosskolonie mit über tausend Individuen, wie dies bis in die 1950er Jahre in Birecik am Euphrat (Türkei) der Fall war.
Waldrapp – Nahrungssuche
Waldrappe sind anpassungsfähige Nahrungsopportunisten. Sie ernähren sich im nördlichen Alpenvorland vor allem von Regenwürmern, Insekten und Insektenlarven, die sie mit ihrem empfindlichen Schnabel durch Stochern im Boden aufstöbern.
Die Nahrung suchen die Vögel vor allem in offenen Wiesen mit niedriger Vegetation, auf offenen Weiden aber auch auf Golfplätzen und Flugfeldern.
Die theoretische Frage, welche Nahrungshabitate im Mittelalter von den Waldrappen in Mitteleuropa aufgesucht worden waren, ist für die laufende Wiederansiedlung zweitrangig, da sich die Waldrappe mit den heutigen Verhältnissen auf häufig gemähten Wiesen bestens zurechtfinden.
Waldrapp – Brutgeschäft
Waldrappe haben eine Brut im Jahr. Im Nest liegen in der Regel 3-4 Eier. Die Bebrütung beginnt mit dem ersten Ei und dauert etwa vier Wochen. Die Jungen schlüpfen entsprechend dem Brutbeginn mit dem ersten Ei in Abständen. Für die kleinsten Jungen kann der Kampf um elterliche Nahrung manchmal zur Überlebensfrage werden, vor allem wenn das jeweils verfügbaren Nahrungsangebot beschränkt ist und sich die älteren Jungen durchsetzen. Mit etwa 45-50 Tagen werden die jungen Waldrappe flügge. Beide Partner beteiligen sich an der Bebrütung und der Aufzucht der jungen.
Waldrapp – historische Vorkommen
Nachweise von Waldrappen in Europa stammen von Knochenfunden aus prähistorischen und historischen Fundstellen. Schriftliche Hinweise und Berichte finden sich in mittelalterlichen Manuskripten. Dieser grosse Fundus ist allerdings erst durch eher zufällig entdeckte Erwähnungen des Waldrapps erschlossen. Erst mit dem aufkommenden Buchdruck ab Mitte des 15. Jahrhunderts zusammen mit der aufkommenden Neugier an der Natur und ihren Erscheinungen, an der Pflanzen- und Tierwelt, wird der Waldrapp in Büchern und Druckschriften beschrieben und abgebildet.
Daneben existiert eine ganze Anzahl von Vogelabbildungen aus verschiedenen Jahrhunderten, die den Waldrapp darstellen sollen. Die unterschiedliche Qualität dieser Darstellungen lässt nicht immer einen sicheren Rückschluss auf diese Vogelart zu.
